Aigner trifft sich mit Facebook
Trotz der PlĂ€ne fĂŒr ein schlichtendes GesprĂ€ch mit der Unternehmensspitze lĂ€sst die Verbraucherschutzministerin mit ihrer Kritik an dem Social Network nicht locker.
Bundesverbraucherschutzministerin [1] Ilse Aigner (CSU) lĂ€sst mit ihrer Kritik [2] am Online-Netzwerk Facebook [3] trotz der PlĂ€ne fĂŒr ein schlichtendes GesprĂ€ch nicht locker. Nach ihrer Kritik an groĂen Datenschutzlecks schrieb Facebook ihr einen Brief. Darin weist das Netzwerk VorwĂŒrfe zurĂŒck und schlĂ€gt ein Treffen vor. Neue Kritik kommt vom Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar.
"Die Bedenken der Ministerin sind nicht ausgerĂ€umt", sagte ihr Sprecher Holger Eichele am heutigen Donnerstag. "Im Gegenteil. Es gibt weiter eine groĂe Anzahl offener Fragen. Deshalb kommen wir gerne auf das GesprĂ€chsangebot von Facebook zurĂŒck." Die Ministerin werde die Unternehmensspitze zu einem Treffen nach Berlin einladen. Aigner fordert, dass Daten der Facebook-Mitglieder nur nach Einwilligung weitergegeben werden und droht mit dem Ende ihrer persönlichen Mitgliedschaft [4] bei Facebook.
Facebook-Manager Richard Allan schrieb Aigner nach Angaben einer Sprecherin, das Unternehmen halte den Schutz persönlicher Daten wie die Ministerin fĂŒr grundlegend. Das Unternehmen sei bei der Datenschutzkontrolle fĂŒhrend in der Branche. Einmalig in diesem GeschĂ€ftszweig sei auch, dass Facebook seine Nutzer nach ihrer Meinung zu geplanten Ănderungen der Datenschutzrichtlinien [5] frage. Aigner hatte Facebook aufgefordert, persönliche Daten von Nutzern nicht ohne deren Einwilligung automatisch an Dritte zu kommerziellen Zwecken weiterzuleiten.
Allan versicherte der Sprecherin zufolge, die PlĂ€ne liefen nicht auf einen massenhaften Austausch von Daten fĂŒr kommerzielle Zwecke hinaus. Es sei ein begrenzter Vorschlag, mit wenigen, vorab genehmigten Partner-Internetseiten zusammenzuarbeiten, auf denen die Facebook-Nutzer dann personalisierte Angebote bekommen könnten. Es werde auch Tests fĂŒr solche Anwendungen geben.
Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar kritisierte, Facebook nutze unerlaubt die Daten von Nicht-Mitgliedern, nachdem die eigenen Mitglieder eingeladen wĂŒrden, persönliche Kontakte von ihrem privaten E-Mail-Anbieter oder aus dem Handy zu öffnen. (anw [6])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-973237
Links in diesem Artikel:
[1] http://www.bmelv.de
[2] https://www.heise.de/news/Aigner-fordert-mehr-Datenschutz-von-Facebook-970146.html
[3] http://www.facebook.de
[4] http://www.facebook.com/profile.php?id=1284906786
[5] http://www.facebook.com/note.php?note_id=10150163898150301
[6] mailto:anw@heise.de
Copyright © 2010 Heise Medien