zurück zum Artikel

Agilent will sich auf das Geschäft mit Messgeräten konzentrieren [Update]

Jürgen Kuri

Agilent verzeichnete bei Umsatzrückgang einen leichtem Gewinnanstieg. Die Chipsparte wird verkauft, bestätigte die Firma, die Bereiche für Halbleiter-Testequipment sollen an die Börse gebracht werden.

Agilent [1], unter anderem Hersteller von Mess- und Analysetechnik und von HP 1999 an die Börse gebracht [2], musste im Jahresvergleich einen Umsatzrückgang von 10 Prozent im dritten Geschäftsquartal hinnehmen: 1,69 Milliarden US-Dollar kamen noch zu Stande, etwas unterhalb der eigenen Prognosen. Der Nettogewinn kletterte dagegen von 100 Millionen im gleichen Vorjahresquartal auf nunmehr 104 Millionen US-Dollar. Der operative Gewinn ging jedoch von 154 auf 142 Millionen US-Dollar zurück. Agilent betont, dass die Auftragseingänge im dritten Quartal leicht gestiegen seien: Um 1 Prozent legten sie auf 1,8 Milliarden US-Dollar zu.

Die Messgerätesparte [3] verbuchte einen Umsatzrückgang im Jahresvergleich von 772 auf 722 Millionen US-Dollar; der Bereich für Test-Equipment [4] vor allem für die Halbleiterbranche legte dagegen von 208 auf 228 Millionen US-Dollar zu. Die Abteilung [5] für Life Sciences und chemische Analysetechnik konnte den Umsatz ebenfalls steigern; er stieg von 321 auf 348 Millionen US-Dollar.

Der Halbleiterbereich [6] bei Agilent, seit längerem schon als Verkaufskandidat gehandelt [7], konnte sich für die Übernahme nicht weiter aufhübschen: Der Umsatz ging von 458 auf 450 Millionen US-Dollar zurück; allerdings kletterte hier der Auftragseingang sowohl gegenüber dem Vorquartal (464 Millionen US-Dollar) als auch gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal (399 Millionen US-Dollar) auf nunmehr 499 Millionen US-Dollar.

Parallel zur Bekanntgabe der Quartalszahlen bestätigte Agilent auch offiziell, dass die Halbleitersparte an die Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR) sowie Silver Lake Partners verkauft wird [8]. Insgesamt 2,66 Milliarden US-Dollar ist den Investoren die Übernahme wert. Man werde sich ganz auf die Aktivitäten als Messgerätehersteller konzentrieren, hieß es bei Agilent -- daher wolle man auch die Abteilungen, die Testequipment für Speicherchips und SoC-Module (System on a Chip) herstellen, im Jahr 2006 an die Börse bringen. Außerdem verkaufte Agilent seine Anteile am LED-Jointventure Lumileds [9] an den Partner Philips -- 950 Million US-Dollar sind Philips die rund 47 Prozent wert, die Agilent an Lumileds hielt.

[Update]:
Auf Grund der Veränderungen will Agilent insgesamt 1300 Stellen im Infrastrukturbereich abbauen; die Kosten will die Firma um 450 Millionen US-Dollar senken. (jk [10])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-122930

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.agilent.com
[2] https://www.heise.de/news/Hewlett-Packard-steigert-Umsatz-und-Gewinn-24749.html
[3] http://www.home.agilent.com/cgi-bin/pub/agilent/CIALandingPage/cp_CIALanding.jsp?NAV_ID=-11145.0.00&LANGUAGE_CODE=eng&COUNTRY_CODE=US
[4] http://www.home.agilent.com/cgi-bin/pub/agilent/CIALandingPage/cp_CIALanding.jsp?NAV_ID=-536884960.0.00&LANGUAGE_CODE=eng&COUNTRY_CODE=US
[5] http://www.chem.agilent.com/Scripts/Phome.asp
[6] http://www.home.agilent.com/cgi-bin/pub/agilent/CIALandingPage/cp_CIALanding.jsp?NAV_ID=-536884607.0.00&LANGUAGE_CODE=eng&COUNTRY_CODE=US
[7] https://www.heise.de/news/Zeitungsbericht-Agilent-verkauft-Halbleiter-Sparte-107777.html
[8] https://www.heise.de/news/Agilent-hat-angeblich-Chipsparte-verkauft-122591.html
[9] http://www.lumileds.com/
[10] mailto:jk@heise.de