zurück zum Artikel

Advanced Video Coding zum Ausprobieren

Dr. Volker Zota

MPEG-Spezialist MainConcept stellt seinen H.264/AVC-Videocodec als Technical Preview kostenlos zum Download bereit. Der Videostandard H.264/AVC verspricht DVD-Qualität bei Bitraten unter 1 MBit/s.

Nachdem im vergangenen Jahr bereits Vanguard Software Solutions [1] eine Version seines H.264/AVC-Videocodecs (auch als MPEG-4 Part 10 bezeichnet) zum Ausprobieren veröffentlichte [2], stellt nun auch der MPEG-Spezialist MainConcept seinen H.264-Codec vorerst als Technical Preview kostenlos zum Download [3] bereit. Erst kürzlich hatte MainConcept die Verfügbarkeit eines entsprechenden Software Development Kits [4] angekündigt.

Der vom Joint Video Team (JVT) der ITU-T und der Moving Picture Experts Group (MPEG) entwickelte Videostandard H.264/AVC verspricht volle DVD-Qualität bei Bitraten unter 1 MBit/s und verspricht damit effizienter zu sein als Windows Media 9, RealVideo 10 [5] oder Truemotion VP6 [6] von On2 Technologies -- die ihrerseits derartige Effizienz für sich beanspruchen, diese jedoch bisher nicht wirklich erreicht haben.

Die unter Windows (ME, 2000 und XP) lauffähige Testapplikation bettet wie auch die Demoversion des MainConcept-MPEG-Encoders ein Wasserzeichen in die Videos ein. Die H.264 Technical Preview kodiert derzeit nur in konstanter Bitrate (CBR) und ist -- worauf der Hersteller explizit hinweist -- noch nicht optimiert. Lediglich algoritmische Optimierungen seien bisher vorgenommen worden, CPU-spezifische Anpassungen wie SSE2 fehlten indes noch, so MainConcept gegenüber heise online. Insofern darf man von dem Programm keine Geschwindigkeitsrekorde erwarten: Auf einem 3-GHz-P4 mit 512 MByte RAM benötigte der Encoder knapp 20 Minuten, um eine 30-sekündige Testsequenz (720 × 480, NTSC) zu konvertieren. In Kürze sollen auf Intel-CPUs und DSPs optimierte Versionen und Unterstützung für VBR-Kodierung (variable Bitraten) folgen.

Die Encoder-Preview bringt einen DirectShow-Filter zum Abspielen der H.264-kodierten Dateien im Windows Media Player und anderen mit. Die Videodaten verpackt der Encoder wahlweise in MPEG-2-Program-, -Transport- oder -Elementary-Ströme mit MP2-Tonspur (MPEG Layer II). Dem Anwender stehen sowohl das H.264 Baseline Profile als auch das aufwendigere H.264 Main Profile zur Wahl. (vza [7])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-93243

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.vsofts.com
[2] https://www.heise.de/news/MPEG-4-Erweiterung-H-264-zum-Ausprobieren-73487.html
[3] http://www.mainconcept.de/h264_encoder.shtml
[4] https://www.heise.de/news/MPEG-und-H-264-SDKs-von-Mainconcept-91119.html
[5] https://www.heise.de/news/CES-Neue-Codec-Generation-von-RealNetworks-91223.html
[6] https://www.heise.de/news/Videocodec-VP6-soll-H-264-uebertrumpfen-79111.html
[7] mailto:vza@heise.de