Acer will keine PCs und Notebooks mehr bauen
Der taiwanische Acer-Konzern, einer der weltweit gröĂten PC- und Notebook-Hersteller, plant seinen RĂŒckzug aus dem Hardware-GeschĂ€ft.
Der taiwanische Acer-Konzern [1], einer der weltweit gröĂten PC- und Notebook-Hersteller, zieht sich aus dem Hardware-GeschĂ€ft zurĂŒck. Die Acer Group hat bereits damit begonnen [2], die FertigungsaktivitĂ€ten in den völlig eigenstĂ€ndigen Bereich "DMS" (Design, Manufacturing und Services) zu ĂŒberfĂŒhren. Nun plant Acer-Chef Stan Shih [3], diesen Bereich unter dem Namen "Wistron" bis zum Jahresende als separates Unternehmen komplett auszugliedern. Damit stellt Acer dann keine eigenen GerĂ€te mehr her; auch die OEM-Fertigung, etwa von IBM-Laptops, gehört dann nicht mehr dazu.
Laut Shih folgt Acer damit dem Wandel der Weltwirtschaft, die sich "von der IT-Ăra zur wissensbasierten Wirtschaft" bewegt (Knowledge-Based Economy, K-Economy). Dazu mĂŒsse sich auch die Unternehmenskultur verĂ€ndern, und zwar von "der technischen Innovation zur Anwenderorientierung". "Acer zeigte Taiwan den Weg und half der 'Island Nation', ein weltweiter IT-MarktfĂŒhrer zu werden; nun fĂŒhrt Acer als Pionier auf dem Weg zur K-Economy".
Diese Transformation des Konzerns von einem Hardware-Hersteller in einen reinen Dienstleister mit dem Schwerpunkt auf E-Business erscheint wie eine Verzweiflungstat. Stan Shih folgt dem Vorbild von Micron Electronics: Der ehemalige US-PC-Spezialist setzt jetzt ebenfalls ganz aufs Internet [4] und verkaufte seine PC-Fertigung [5].
Bereits im vergangenen Oktober [6] sah Acer schwarze Wolken aufziehen; im Dezember 2000 reagierte man mit der AnkĂŒndigung von FabrikschlieĂungen [7], im Februar dieses Jahres entlieĂ Acer [8] sieben Prozent seiner taiwanischen Mitarbeiter. Wie ein böses Omen erscheint da der Brand [9], der im Mai das Acer-GebĂ€ude in der NĂ€he von Taipeh zerstörte.
Die weit verzweigte Acer Group [10], zu der Firmen wie AOpen [11], der Chipsatzhersteller ALi [12] und die Speichermodulfirma Apacer [13] gehören, investiert schon seit ĂŒber einem Jahr verstĂ€rkt in Internet- und Kommunikationsfirmen [14]. Im GeschĂ€ftsjahr 2000 erzielten die 35.000 Mitarbeiter in den weltweit 232 Niederlassungen aus knapp 10 Milliarden US-Dollar Umsatz noch ein leichtes Plus. Der Umsatz im ersten Quartal 2001 lag allerdings um 37 Prozent unter den Vergleichsdaten des Vorjahres. (ciw [15])
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[2] https://www.heise.de/news/Weiter-schlechte-Nachrichten-vom-PC-Hersteller-Acer-43763.html
[3] http://global.acer.com/about/corner02.html
[4] https://www.heise.de/news/Micron-schmeisst-das-PC-Geschaeft-hin-38830.html
[5] https://www.heise.de/news/Gores-uebernimmt-die-PC-Sparte-von-Micron-Electronics-39745.html
[6] https://www.heise.de/news/Computerkonzern-Acer-sieht-schrumpfenden-PC-Markt-32419.html
[7] https://www.heise.de/news/Acer-schliesst-Fabriken-in-den-USA-und-Deutschland-34314.html
[8] https://www.heise.de/news/Entlassungen-bei-Acer-39110.html
[9] https://www.heise.de/news/Feuer-zerstoert-Bueros-von-Acer-und-anderen-High-Tech-Firmen-42257.html
[10] http://global.acer.com/about/structure.html
[11] http://www.aopen.de/
[12] http://www.ali.com.tw/
[13] http://www.apacer.com/
[14] https://www.heise.de/news/Acer-baut-auf-Software-und-Internet-23023.html
[15] mailto:ciw@ct.de
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