ATI trickst Benchmark aus
Die guten Werte der Grafkkarte mit dem neuen Chip Radeon 8500 im Q3A-Benchmark erreicht ATI nur durch Manipulation der TexturqualitÀt.
Erste Tests bescheinigten ATIs neuer 3D-Grafikkarte Radeon 8500 in einer Reihe von Spielen eine deutlich niedrigere Performance im Vergleich zum GeForce3 Ti 500 von Nvidia. In dem OpenGL-Spiel Q3A konnte der ATI-Chip dagegen mithalten [1]. Jetzt wurde bekannt, dass ATI dieses Ergebnis nur auf Kosten der BildqualitÀt erreicht.
Q3A ermöglicht es unter anderem, die Texturauflösungen auf vier verschiedene Stufen einzustellen, um mit schwĂ€cheren Grafikkarten noch genĂŒgend hohe Bildraten zu ermöglichen. Der ATI-Treiber ignoriert offenbar die Maximaleinstellung und verwendet stattdessen niedriger aufgelöste Texturen, die ziemlich genau der dritthöchsten Texturauflösung entsprechen. Bei von c't durchgefĂŒhrten Tests unterschieden sich Screenshots, die mit der höchsten und dritthöchsten Stufe aufgenommen wurden, in der Detailauflösung der Texturen nicht. Vordergrundobjekte verlieren gegenĂŒber tatsĂ€chlicher Maximaleinstellung deutlich an SchĂ€rfe. Bei entfernteren Bodentexturen gibt es dagegen kaum sichtbare Abweichungen, auch wenn man deren Detailwiedergabe mit anisotroper Filterung verbessert.
In TestlÀufen mit maximaler Texturauflösung verschafft sich ATI auf diese Weise einen Vorteil von rund 15 Prozent, da der Grafikchip weniger Texturdaten verarbeiten muss als ein Grafikchip, der tatsÀchlich die höchste Texturauflösung verwendet. Beim Vergleich mit Screenshots auf einem System mit GeForce3-Grafikkarte fielen zudem noch weitere Abweichungen wie eine geringere Farbauflösung bei den ZÀhlwerken auf.
ATI lĂ€utet damit eine neue Runde von Benchmark-Manipulationen ein, die es in diesem AusmaĂ noch nicht gegeben hat. In ersten Stellungnahmen des kanadischen Unternehmens heiĂt es zwar, dass man "die optimale Kombination aus Bildraten und BildqualitĂ€t erzielen möchte". Doch der wahre Grund liegt auf der Hand, schlieĂlich schneidet man in einem wichtigen Standard-Test gegenĂŒber der Konkurrenz besser ab. Auch Nvidia erlaubt sich eine -- allerdings weniger schwerwiegende -- Beeinflussung. Die Detonator-Treiber expandieren im DXT1-Format komprimierte Texturen nur nach 16 Bit, was zum Beispiel an den Himmelstexturen in Q3A sichtbar wird. Der Geschwindigkeitsgewinn bewegt sich allerdings bei nur wenigen Prozent und lĂ€sst sich zudem mit einem bekannten Q3A-Patch verhindern. (Manfred Bertuch) / (law)
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