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AOL will von Bilanztricks nichts wissen

Peter-Michael Ziegler

Der Mediengigant hat Presseberichte dementiert, nach denen WerbeumsÀtze in Millionenhöhe lediglich durch Bilanzierungstricks entstanden sein sollen.

Der Mediengigant AOL Time Warner [1] hat US-amerikanische Presseberichte dementiert, nach denen der Konzern UmsÀtze im WerbegeschÀft durch verschiedene Bilanzierungstricks um mindestens 270 Millionen US-Dollar aufgeblÀht haben soll. Die Washington Post [2] hatte in ihrer Donnerstagsausgabe berichtet, Manager des Fusionspartners AOL hÀtten seit dem vierten Quartal 2000 versucht, ausbleibende Werbeeinnahmen durch eine Serie von ungewöhnlichen Transaktionen weiterhin in den Bilanzen erscheinen zu lassen.

In der angespannten AtmosphĂ€re unmittelbar vor dem Zusammenschluss mit Time Warner habe AOL die WerbeumsĂ€tze im Online-GeschĂ€ft nach außen weiter auf einem hohen Niveau halten wollen, schreibt die Zeitung. Durch die Anwendung von Bilanzierungstricks, die bis ins Jahr 2002 angehalten haben sollen, seien UmsĂ€tze je nach Bedarf in andere GeschĂ€ftsbereiche verschoben worden. Auch habe AOL fĂŒr das Internet-Auktionshaus eBay Werbung verkauft, diese Einnahmen dann aber als eigenen Umsatz verbucht.

AOL Time Warner erklĂ€rte unterdessen, die Buchhaltung von AOL habe in Übereinstimmung mit den US-GAAP-Regeln [3] stattgefunden. Die Buchungsverfahren hĂ€tten "den Normen" entsprochen. Auch das WirtschafsprĂŒfungsunternehmen Ernst & Young habe dies schriftlich bestĂ€tigt. Die Aktie von AOL Time Warner stĂŒrzte nach den Presseberichten am Donnerstag an der New Yorker Wall Street ab. Der Kurs sank zum Handelsauftakt um 8,47 Prozent auf zwölf US-Dollar. (pmz [4])


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https://www.heise.de/-64189

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.aoltimewarner.com/flash.adp
[2] http://www.washingtonpost.com/
[3] http://cpaclass.com/gaap/gaap-us-01a.htm
[4] mailto:pmz@ct.de