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120 Ermittlungsverfahren wegen Nazi-Songs bei Napster

Daniel LĂŒders

Das BKA durchsuchte insgesamt 104 HĂ€user und Wohnungen verdĂ€chtiger Personen in Deutschland wegen des Tauschs von Nazi-Songs ĂŒber Napster.

Nach einer Mitteilung des Bundeskriminalamtes (BKA [1]) war die Hausdurchsuchung bei einem 22-JĂ€hrigen [2], der rechtsextremistische Songs zum Tausch ĂŒber die Börse Napster anbot, kein Einzelfall. Wie das BKA bekannt gab, wurden insgesamt 104 HĂ€user und Wohnungen verdĂ€chtiger Personen in Deutschland durchsucht. Im gesamten Bundesgebiet wurden 120 Ermittlungsverfahren diesbezĂŒglich eingeleitet.

Schon in den vergangenen Monaten habe die in Meckenheim residierende Abteilung fĂŒr Staatsschutz des BKA bei "anlassunabhĂ€ngigen Kontrollen im Internet", also Online-StreifengĂ€ngen, festgestellt, dass Napster vermehrt zur Weitergabe strafrechtlich relevanter rechtsextremistischer Musikdateien bekannter Skinhead-Bands genutzt werde. Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte der Verfassungsschutz darauf hingewiesen, dass sich Napster zu einer "zentralen Plattform fĂŒr den Austausch rechtsradikaler Musik" entwickle.

Nach den Hausdurchsuchungen erwirkte die Behörde jetzt bei den fĂŒr die jeweiligen Internet-Provider zustĂ€ndigen Amtsgerichten HerausgabebeschlĂŒsse fĂŒr die IP-Nummern zur Identifizierung der Surfer. Die Verfahren wurden bereits an die zustĂ€ndigen lokalen Gerichte weitergegeben. Bei einer Verurteilung drohen den TĂ€tern nach den Straftatbestimmungen "Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen", "Volksverhetzung", "Aufstachelung zum Rassenhass" beziehungsweise "Verherrlichung von Gewalt" bis zu drei Jahre Haft. Ein BKA-Sprecher betonte: "Diese Maßnahmen zeigen, dass auch die Internet-Musiktauschbörsen keinen rechtsfreien Raum darstellen." (dal [3])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-35324

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.bka.de
[2] https://www.heise.de/news/Hausdurchsuchung-wegen-Nazi-Songs-fuer-Napster-43795.html
[3] mailto:dal@ct.de