So bekommen Sie einen Sympathiebonus
Ob Sie den Auftrag bekommen, hÀngt nicht nur von Ihrem Angebot, sondern auch vom Sympathiefaktor ab. Der lÀsst sich mit ein paar kleinen Kniffen schnell erhöhen.
Wenn man einen Arbeitgeber [1] fragt, warum er sich fĂŒr einen Bewerber [2] entschieden hat, wird er sicher auf dessen hervorragende Zeugnisse verweisen. Der Unternehmer, der sich fĂŒr den Dienstleister [3] entschieden hat, auf dessen Preise und Referenzen. Doch auch wenn der Mensch seine Entscheidungen meist mit den dazugehörigen Fakten erklĂ€rt, spielt die Sympathie [4] fĂŒr den anderen Menschen eine durchaus gewichtige Rolle. Bei gleichwertigen Angeboten gibt sie sogar den Ausschlag, auch wenn es niemand gerne zugibt.
Denn Sympathie hat nichts mit Fakten zu tun, sondern eine Menge mit Emotionen [5]. Und es sind vor allem GefĂŒhle, aus der Vergangenheit. Wir vergleichen den "neuen" Menschen mit denen, die wir bisher kennengelernt haben. Wenn uns diese Person an Bekanntschaften erinnert, mit denen wir positive Erfahrungen gemacht haben, geben wir einen Sympathiebonus. Weckt der GegenĂŒber negative Erinnerungen, hat er eigentlich schon verloren. Dieser Vergleich lĂ€uft in der Regel unbewusst ab. Dennoch lĂ€sst er sich beeinflussen, wie Management-Consultant Anne M. SchĂŒller erklĂ€rt.
Anne M. SchĂŒller ist Management-Consultant und Expertin fĂŒr LoyalitĂ€tsmarketing. Ăber 20 Jahre lang hat sie in leitenden Vertriebs- und Marketingpositionen internationaler Dienstleistungs- unternehmen gearbeitet und dabei mehrere Auszeichnungen erhalten. Die Diplom-Betriebswirtin und neunfache Buch- und Bestsellerautorin zĂ€hlt zu den gefragtesten Keynote-Rednern [6] im deutschsprachigen Raum. Sie arbeitet auch als Business-Trainerin und lehrt an mehreren Hochschulen.
"FĂŒnf Punkte sind im Moment des Kennenlernens entscheidend fĂŒr den Sympathiefaktor: der rituelle Augenkontakt, das echte LĂ€cheln, die Distanzzone, das richtige HĂ€ndeschĂŒtteln und das erste Wort", so SchĂŒller. Oder anders ausgedrĂŒckt: Wer sympathisch wirken will, sollte hier nichts falsch machen.
Aber wie verhĂ€lt man sich richtig? Laut Anne M. SchĂŒller sollten Sie beim ersten Kontakt auf folgendes achten: Schauen Sie Ihrem GegenĂŒber bei der BegrĂŒĂung in die Augen. Entscheidend ist das richtige Timing [7]: Etwa zwei Sekunden sollten es sein. Das empfinden wir als offen und angemessen. Wer schneller wegschaut, erweckt den Eindruck [8], er weiche aus. Wer lĂ€nger in die Augen blickt, könnte Aggressionen wecken, weil er seinen GegenĂŒber anstarrt.
LĂ€cheln Sie! LĂ€cheln ist das wichtigste Signal um Vertrauen aufzubauen, denn es signalisiert: Ich meine es gut! Ich bin dein Freund! Das bestĂ€tigt auch Anne M. SchĂŒller [9]: "Ein LĂ€cheln öffnet Kunden-Portemonnaies und Mitarbeiterherzen". Aber Vorsicht! Unser Unterbewusstsein merkt genau, ob ein LĂ€cheln nur aufgesetzt ist und enttarnt die Show. Wer ein wirklich sympathisches LĂ€cheln erzeugen will, muss es auch so meinen. Tipp fĂŒr Vertriebsmitarbeiter: Denken Sie vor der ersten Begegnung mit dem Kunden an ein schönes Erlebnis oder einen lieben Menschen und bringen Sie sich so in positive Stimmung. Es wirkt sich entsprechend auf ihre Ausstrahlung aus.
Halten Sie Abstand: Beim ersten Treffen sollte man auf jeden Fall einen Meter zwischen sich und dem GegenĂŒber lassen. LĂ€sst es sich nicht vermeiden, dass Sie der anderen Person nĂ€her kommen, dann versuchen Sie sich nicht frontal vor ihr aufzustellen, sondern sich eher seitlich zu platzieren, das wirkt weniger aufdringlich.
Ein weicher HĂ€ndedruck [10] ist ebenso unangenehm, wie die Pranke, die alles zerquetscht. Das MittelmaĂ ist hier das Beste. Wichtig: Danach die HĂ€nde nicht hinter dem RĂŒcken verschrĂ€nken oder in die Hosentasche stecken, sondern offen zeigen. Wenn der GesprĂ€chspartner ihre HĂ€nde sehen kann, wirkt das auf ihn wie ein Vertrauensbeweis.
Laut Anne M. SchĂŒller sollte man beim ersten Small Talk [11] vor allem darauf achten, wie man etwas sagt. Ein angenehmer und freundlicher Tonfall ist sehr wichtig, wenn man Sympathiepunkte sammeln will. "Die Stimme ist verantwortlich fĂŒr die Stimmung die wir verbreiten", so die Expertin. Im Brustton der Ăberzeugung kommen unsere Aussagen und wir selbst tatsĂ€chlich besser an. (Marzena Sicking [12]) / (map [13])
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[6] http://www.speakers-excellence.de/
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[8] https://www.heise.de/hintergrund/Vertrieb-Wie-die-Abschlussangst-den-Erfolg-verhindert-1138445.html
[9] https://www.heise.de/hintergrund/Empfehlungsmarketing-warum-es-so-wichtig-ist-1396010.html
[10] https://www.heise.de/hintergrund/Wichtige-Regeln-fuer-das-Kuendigungsgespraech-1193527.html
[11] https://www.heise.de/hintergrund/Die-Kunst-der-lockeren-Unterhaltung-1340034.html
[12] mailto:marzena.sicking@heise-resale.de
[13] mailto:map@ix.de
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