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Smartphones pushen Multi-Channel-Vertrieb

Marzena Sicking

Der Kunde will sich nicht zwischen online und stationÀrem Handel entscheiden. Er nutzt einfach beides [--] manchmal sogar gleichzeitig.

Der Durchbruch des M-Commerce [1], des Einkaufens via Handy, wird von Experten schon seit Jahren prognostiziert. TatsÀchlich nimmt die Zahl der Smartphone [2]-Besitzer, die ihr GerÀt auch zum Einkaufen [3] nutzen, stark zu. An manchen Stellen entwickelt sich M-Commerce allerdings anders als bisher gedacht. Denn immer hÀufiger fungieren die mobilen Alleskönner als Einkaufsberater im stationÀren Handel.

Der Kunde, der im Elektrofachmarkt verzweifelt nach einem kompetenten VerkĂ€ufer sucht, dĂŒrfte demnach schon bald eine echte RaritĂ€t sein. Denn immer hĂ€ufiger greift der Verbraucher lieber zu seinem Smartphone. 37 Prozent der fĂŒr eine M-Commerce Studie [4] des ECC-Handel [5] befragten 1.011 Smartphone-Besitzer gaben an, dass sie mehrmals im Monat zwar im stationĂ€ren Handel [6] einkaufen gehen, dort aber Preis- und Produktinformationen mit ihrem Smartphone abrufen. Damit spielen die GerĂ€te nicht nur eine entscheidende Rolle beim M-Commerce, sondern auch fĂŒr kĂŒnftige Multi-Channel [7]-Konzepte der Unternehmen.

Smartphones spielen eine wachsende Rolle bei der Suche nach Preise und WarenverfĂŒgbarkeit.

(Bild: ECC Handel)

Wie die Umfrage zeigt, wissen die meisten Verbraucher [8] das Einkaufserlebnis im stationĂ€ren Handel durchaus zu schĂ€tzen. Allerdings haben sie wohl keine besonders große Lust, den zusĂ€tzlichen Aufwand, den ein LadengeschĂ€ft mit sich bringt, auch zu bezahlen. So geben 43 Prozent der Befragten an, dass sie beim Einkauf im Laden auch Preisinformationen von Anbietern im Internet einholen und vergleichen. Auch weiterfĂŒhrende Informationen zum Produkt oder zu erweiterten Dienstleistungen werden wĂ€hrend des Einkaufs im stationĂ€ren Handel abgerufen. Offenbar genießt die Online-Information teilweise schon grĂ¶ĂŸeres Vertrauen als die Aussage eines VerkĂ€ufers [9].

Der stationĂ€re Handel profitiert aber durchaus von der permanenten Vernetzung seiner Kunden – vorausgesetzt, der HĂ€ndler ist selbst mit einer Seite im Internet prĂ€sent. Denn jeder sechste Kunde nutzt sein Handy mehrmals im Monat fĂŒr die Suche nach HĂ€ndlern in seiner nĂ€heren Umgebung. StationĂ€re HĂ€ndler, die in einen Internetauftritt investieren, können so also durchaus Neukunden gewinnen.

Wichtig ist vor allem die PrĂ€senz auf neutralen Plattformen. Denn Preisvergleichs [10]- oder Bewertungswebseiten genießen das Vertrauen von 37 Prozent der Verbraucher, die mit dem Smartphone auf HĂ€ndlersuche gehen. Am zweithĂ€ufigsten informieren sich die Kunden auf der Website des Konkurrenten ĂŒber dessen Preise, erst an dritter Stelle folgt der Internetauftritt [11] des HĂ€ndlers, bei dem sie sich gerade befinden. (map [12])


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[1] https://www.heise.de/hintergrund/Online-Handel-50-Prozent-setzen-auf-M-Commerce-1378206.html
[2] http://www.heise.de/thema/Smartphone
[3] https://www.heise.de/hintergrund/Haendler-muessen-sich-auf-veraendertes-Einkaufsverhalten-einstellen-1342056.html
[4] http://www.ecc-handel.de/mobile_commerce_in_deutschland_-_die_rolle_des.php
[5] http://www.ecc-handel.de
[6] https://www.heise.de/hintergrund/Multichannel-Der-Handel-als-Wegbereiter-fuer-den-Kunden-1569585.html
[7] https://www.heise.de/hintergrund/Cross-Channel-Kunden-interessiert-nur-die-Qualitaet-der-einzelnen-Kanaele-1588714.html
[8] https://www.heise.de/hintergrund/Wie-Online-Haendler-ihre-Zahlungsverfahren-auswaehlen-1654464.html
[9] https://www.heise.de/hintergrund/Duerfen-Haendler-eine-Kulanzzusage-widerrufen-1652737.html
[10] https://www.heise.de/hintergrund/Lieber-Group-Shopping-statt-einsamer-Rabatt-Jagd-1282180.html
[11] https://www.heise.de/hintergrund/Urteil-Stationaerer-und-Online-Handel-sind-keine-Wettbewerber-1614818.html
[12] mailto:map@ix.de