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Mittelstand setzt auf Globalisierung

Marzena Sicking

AktivitĂ€ten im Ausland sind nicht lĂ€nger das Steckenpferd der großen Unternehmen. Auch der Mittelstand versucht zunehmend, die Chancen der Globalisierung fĂŒr sich zu nutzen.

Der Außenhandel [1] ist in Deutschland von je her ein wichtiger Wachstumstreiber [2]. Traditionell profitieren insbesondere die großen industriellen Unternehmen von der Nachfrage. Doch zunehmend stellen sich auch kleine und mittlere Anbieter in den internationalen Wettbewerb. Das zeigt eine aktuelle KfW-Studie [3].

Demnach erzielen bereits 50 Prozent der KMUs UmsÀtze im Ausland. Die Zahl ist seit 2008 stabil, aufgrund der vergangenen Wirtschaftskrise [4] hatten die Analysten eher einen Einbruch erwartet. Einen neuen Trend gibt es aber durchaus: bei den AktivitÀten im Ausland erlebt vor allem der Einkauf einen Boom.

So waren 67 Prozent der befragten mittelstĂ€ndischen Unternehmen [5] mit Exporten auf internationalen MĂ€rkten prĂ€sent. Die wichtigste Absatzregion war dabei die Eurozone, in die verschicken 96 Prozent der Unternehmen ihre Waren. Im Vergleich zu den Ergebnissen der letzten Studie im Jahr 2008 hat sich also nicht viel verĂ€ndert. Anders sieht das beim Einkauf [6] aus. Hatten vor zwei Jahren nur 47 Prozent der Unternehmen Waren oder Dienstleistungen [7] importiert, waren es im vergangenen Jahr schon 64 Prozent. Immer hĂ€ufiger sparen sich kleine und mittelstĂ€ndische Unternehmen die Kosten fĂŒr den ZwischenhĂ€ndler und importieren ihre Waren selbst.

Unternehmen, die ihre Waren oder Dienstleistungen ins Ausland exportieren, konnten die dort erzielten UmsĂ€tze im Jahr 2010 um durchschnittlich 26,5 Prozent steigern. In diesem Jahr erwartet man einen weiteren Sprung von ĂŒber 29 Prozent. So ist auch nicht weiter verwunderlich, dass die auslandsorientieren Firmen sich hinsichtlich ihrer GeschĂ€ftserwartungen [8] deutlich optimistischer zeigen als die Unternehmen, die nur innerhalb Deutschlands aktiv sind. Euphorisch sind sie aber dennoch nicht, vielmehr geht die Angst vor den Risiken und Folgen der Staatsschuldenkrise um. Mehr als die HĂ€lfte der Befragten gab an, bereits Maßnahmen zur Absicherung [9] und Vermeidung von Risiken ergriffen zu haben.

Das wichtigste Motiv fĂŒr das Engagement im Ausland sind fĂŒr 66 Prozent der insgesamt 1300 befragten Unternehmer die Erschließung neuer AbsatzmĂ€rkte und Bezugsquellen (49 Prozent). 34 Prozent nannten auch noch den "Zugang zu Wissen" und "qualifizierten Mitarbeiten" (23 Prozent) als GrĂŒnde, 9 Prozent auch noch "gĂŒnstige ArbeitskrĂ€fte". Die Verlagerung von Produktionen ins Ausland spielt bei kleinen und mittelstĂ€ndischen Unternehmen dagegen kaum eine Rolle (4 Prozent). (Marzena Sicking [10]) / (map [11])


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https://www.heise.de/-1279943

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[1] https://www.heise.de/news/Branchenverbaende-fordern-einheitliche-IT-Zollbestimmungen-1096099.html
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Klasse-statt-Masse-1277684.html
[3] http://www.kfw.de/Akzente
[4] http://www.heise.de/thema/Wirtschaftskrise
[5] http://www.heise.de/thema/KMU
[6] https://www.heise.de/hintergrund/Positiver-Trend-Rechnungen-werden-wieder-puenktlich-bezahlt-1245207.html
[7] https://www.heise.de/hintergrund/Oeffentliche-ITK-Ausschreibungen-sollen-einfacher-werden-1272072.html
[8] https://www.heise.de/hintergrund/Geschaeftsklima-im-Mittelstand-bleibt-auf-hohem-Niveau-1277508.html
[9] https://www.heise.de/hintergrund/Ist-eine-Kreditversicherung-sinnvoll-fuer-mich-1204197.html
[10] mailto:marzena.sicking@heise-resale.de
[11] mailto:map@ix.de