Membran extrahiert Lithium aus dem Meerwasser
Fertige Akkus.
(Bild: Kumpan Electric / Unsplash)
Mit Strom, Katalysatoren und einer Keramik-Membran lÀsst sich aus Meerwasser gleichzeitig Lithium, Wasserstoff und Chlor gewinnen - zu wirtschaftlichen Kosten.
Die Ozeane enthalten insgesamt ungefĂ€hr 5000 Mal so viel Lithium wie die Kontinente â leider aber nur in der sehr geringen Konzentration von 0,2 ppm (Parts per Million). Zudem enthĂ€lt Meerwasser Natrium-, Magnesium-, Calcium- und Kalium-Kationen in weit höherer Konzentration. Forscher der saudi-arabischen King Abdullah University of Science & Technology (KAUST) haben nun nach eigenen Angaben ein ein Verfahren entwickelt [1], Lithium trotzdem auf wirtschaftliche Weise aus Meerwasser zu extrahieren.
Wasser aus dem roten Meer
Das System besteht aus einer elektrochemischen Zelle mit einer Keramik-Membran aus Lithium-Lanthan-Titanoxid (LiLaTiO4). Deren Kristallstruktur enthĂ€lt Löcher, die gerade groĂ genug sind, Lithium-Ionen durchzulassen, wĂ€hrend sie gröĂere Ionen blockiert. Durch diese Membran strömen die positiven Lithium-Ionen in eine Kammer mit PhosphorsĂ€ure und einer mit Platin und Ruthenium beschichteten Kupferelektrode.
Die negativen Ionen aus dem Meerwasser gelangen unterdessen ĂŒber eine herkömmliche Membran in eine weitere Kammer mit Natriumchlorid-Lösung, in der sich ebenfalls eine Platin-Ruthenium-Elektrode befindet.
Die Forscher haben das System mit Wasser aus dem Roten Meer getestet. Eine Spannung 3,25 Volt transportierte die Lithium-Ionen durch die Membran. In vier weiteren Prozesszyklen lieĂ sich das Lithium auf 9000 ppm konzentrieren.
Kostenkompensation durch Wasserstoff
Wird der pH-Wert in der Sammelkammer erhöht, fĂ€llt dort festes Lithium-Phosphat in einer ausreichenden Reinheit fĂŒr die Batterieproduktion aus. âDie Kombination von Anreicherung mit konventionellem AusfĂ€llen macht den Prozess unempfindlich gegenĂŒber Störungen von anderen löslichen Ionenâ, schreiben die Forscher in ihrem Paper [3].
Die Stromkosten betragen nach ihren Angaben dabei rund fĂŒnf Dollar pro Kilogramm Lithium. âObwohl noch eine rigorose wirtschaftliche Analyse nötig ist, um weitere Kapital- und Betriebskosten einzubeziehen, darf man davon ausgehen, dass die Energie der gröĂte Kostenblock des Prozesses istâ, so die Forscher.
Als Nebenprodukt entsteht Wasserstoff an der Kathode und Chlorgas an der Anode. Deren Wert könne die Stromkosten mehr als kompensieren, so die KAUST. Die Membran selber lieĂe sich mit Hilfe der Glas-Industrie in groĂem MaĂstab zu ĂŒberschaubaren Kosten herstellen lassen, hoffen die Forscher. (grh [4])
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[2] https://www.heise.de/
[3] https://pubs.rsc.org/en/content/articlelanding/2021/EE/D1EE00354B
[4] mailto:grh@technology-review.de
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