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GeschÀfte ohne Grenzen

Marzena Sicking

Welche Methoden Online-HĂ€ndler vorrangig nutzen, um Kunden im Ausland zu gewinnen, zeigt eine aktuelle Studie.

Wer seine Waren online anbietet, hat den Vorteil, dass er damit Kunden in aller Welt erreichen kann. Die Chance der Internationalisierung wird von der Mehrheit der deutschen Online-HÀndler [1] auch tatsÀchlich genutzt, wie eine aktuelle Umfrage (PDF) [2] des E-Commerce-Leitfaden-Teams [3] zeigt.

53 Prozent der HÀndler verkaufen laut den Ergebnissen ihre Waren und Dienstleistungen heute bereits aktiv ins Ausland. 24 Prozent streben solche UmsÀtze nicht aktiv an, nehmen entsprechende AuftrÀge aber gerne an. 11 Prozent haben noch keine Erfahrung mit dem Verkauf ihrer Waren ins Ausland, planen aber in Zukunft einen entsprechenden Ausbau ihrer Services. 10 Prozent sind nicht international tÀtig und lehnen entsprechende Anfragen bewusst ab.

Um die internationale Kundschaft auf sich aufmerksam zu machen, setzen die Anbieter vor allem auf Suchmaschinen-Optimierung [4] (SEO, 28 Prozent) und Suchmaschinen-Werbung [5] (SEA, 21 Prozent). 10 Prozent versuchen ĂŒber den Eintrag auf internationalen Preisvergleichs-Websites Kunden zu gewinnen. Genausoviele haben einen Newsletter-Versand speziell fĂŒr auslĂ€ndische Kunden eingerichtet. Sieben Prozent werben mit einem GĂŒtesiegel [6], sechs Prozent werben gezielt mit Bannern auf auslĂ€ndischen Websites. Kundenzulauf [7] durch Anzeigen in Zeitschriften und Zeitungen erhoffen sich fĂŒnf Prozent. Ein geringer Teil setzt auf Newsletter von auslĂ€ndischen Partnern. Nur sechs Prozent haben keine besonderen Maßnahmen fĂŒr die Kundengewinnung [8] im Ausland vorgesehen.

Bei der Internationalisierung des Online-Handels stellen rechtliche Unsicherheiten die grĂ¶ĂŸte HĂŒrde dar, wie 66 Prozent der Befragten beklagen. 40 Prozent kĂ€mpfen mit Schwierigkeiten beim Angebot eines Kundenservices in der jeweiligen Sprache. 39 Prozent berichten von Unsicherheiten bei der Zahlungsabwicklung [9] und 35 Prozent empfinden das Versandthema als sehr aufwendig. Genauso viele fĂŒrchten Probleme bei der Geltendmachung offener Forderungen. Etwa ein Drittel scheut vor dem Aufwand, den die Übersetzung der Website und des Artikelabgebots mit sich bringt und bemĂ€ngelt mangelnde Informationen ĂŒber die auslĂ€ndischen MĂ€rkte. Kulturelle Besonderheiten oder gar eine starke lokale Konkurrenz fĂŒrchten hingegen nur acht Prozent der Online-HĂ€ndler.

Nach dem Begriff „Sepa“ gefragt, wussten 95 Prozent der HĂ€ndler, dass sich dahinter die „Single Euro Payments Area“ verbirgt, der einheitliche europĂ€ische Zahlungsverkehrsraum. Drei Prozent der Befragten hielten „Sepa“ fĂŒr eine indische Gottheit, jeweils ein Prozent fĂŒr eine spezielle Einsatzverpflegung der Bundeswehr oder eine seltene Schmetterlingsart. Doch auch die HĂ€ndler, die mit dem Begriff etwas anfangen konnten, haben AufklĂ€rungsbedarf: 40 Prozent haben nach eigener Aussage nur eine relativ vage Vorstellung davon, welche Auswirkungen die Sepa auf ihr eigenes Unternehmen hat. (gs [10])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1584199

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.heise.de/thema/Online_Handel
[2] http://www.ecommerce-leitfaden.de/download/studien/Geschaefte_ohne_Grenzen.pdf
[3] http://www.ecommerce-leitfaden.de/Aktuelles/
[4] https://www.heise.de/hintergrund/Rechtsverletzungen-durch-Suchmaschinenoptimierung-1564694.html
[5] http://691733
[6] https://www.heise.de/hintergrund/Die-Top-Ten-der-haeufigsten-Abmahngruende-1436478.html
[7] http://www.heise.de/thema/Werbung
[8] https://www.heise.de/hintergrund/Die-unterschiedlichen-Kundentypen-und-ihre-Beduerfnisse-1194733.html
[9] https://www.heise.de/hintergrund/Chancen-und-Fallstricke-der-Online-Buchhaltung-1134878.html
[10] mailto:gs@ct.de