E-Publish or Perish
Forscher bauen mit elektronischen Veröffentlichungen an weltweiten Wissensarchiven im Web und umgehen damit die Monopole der kommerziellen Fachverlage. GestĂŒtzt werden sie von immer mehr Initiativen, die dazu aufrufen, das wissenschaftliche Publikationswesen in die HĂ€nde der Wissenschaft selbst zu legen.
Seit langem köchelt im wissenschaftlichen Publikationswesen der Streit zwischen Forschern, Autoren, Urhebern sowie Fachbibliotheken auf der einen und Verlagen und Verwertern auf der anderen Seite um Kosten, Rechte und ZugĂ€nge zum Wissen (siehe dazu den vorhergehenden Artikel âEin Netz im Netz der Netzeâ auf S. 80 [1]). Die Wissenschaftler wundert gleichzeitig, dass die Verleger die Abtretung von mehr und mehr Rechten fordern. VerstĂ€rkt entdecken sie so das Internet als zusĂ€tzlichen oder hauptsĂ€chlichen Publikationsort und feilen an Vernetzungsmöglichkeiten digitaler Archive.
Die Fronten haben sich dabei in den vergangenen anderthalb Jahren zugespitzt. Dazu beigetragen hat vor allem die Konzentration im Verlagswesen: Der Markt wird im umsatzstarken Sektor der âhartenâ Naturwissenschaften, der Technologie und der Medizin inzwischen von einer guten Hand voll HĂ€usern wie Reed Elsevier, Thomson, Wolters Kluwer, Wiley, Springer oder Blackwellâs dominiert. âEin paar groĂe Verlage bestimmen das GeschĂ€ftâ, betont Martin Grötschel, Mathematikprofessor an der TU Berlin. âKleine werden komplett rausgedrĂŒcktâ. Das Auftreten der Verleger gegenĂŒber den Autoren fĂ€llt entsprechend aus. âDas Urheberrecht wird von ihnen verstĂ€rkt genutzt, um öffentliche Rechte auszuhebelnâ, klagt Grötschel. Das Profitinteresse der Konzerne gehe zu Lasten der AnsprĂŒche der Allgemeinheit und der wissenschaftlichen Gemeinde. Parallelen sieht der arrivierte Mathematiker zu den Praktiken der mit allen Mitteln um ihre Rendite kĂ€mpfenden Musikindustrie.
Wissensverwertung
Die Ironie ist, dass das politische und wissenschaftliche Projekt der âInformationsgesellschaftâ eigentlich angetreten war, um mit Hilfe der Technik die Informationsversorgung zu verbessern und die Bildungschancen zu erhöhen. Doch nun geht es laut Grötschel fast nur noch um die ârechtliche und technische Wissensverwertungâ des eigentlich zu â99 Prozentâ mit öffentlichen Mitteln geförderten âintellektuellen Eigentumsâ und um die Einkerkerung von Wissen. âWir mĂŒssen nach Frankfurt, Leipzig oder Berlin fahren, um dort in den Bunkern der Deutschen Bibliothek eine E-Kopie lesen zu könnenâ, empört sich Grötschel ĂŒber die jĂŒngsten Absprachen auf dem deutschen Fachinformationsmarkt. Stein des AnstoĂes ist die im MĂ€rz abgeschlossene Rahmenvereinbarung zwischen dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels als Vertreter der Verlage und der Deutschen Bibliothek. Sie legt fest, âdass die gespeicherten Netzpublikationen ausschlieĂlich in den engen Grenzen hausintern vorhandener Zugangsmöglichkeiten genutzt werden könnenâ. Ein âFernzugriffâ ist nur auf Basis gesonderter Vereinbarungen vorgesehen.
Als âAbschied vom Informationszeitalter, dem eine gewisse Komik nicht abzusprechen istâ, kritisiert die IUK-Initiative der Wissenschaftlichen Fachgesellschaften [1|#literatur [2]] die Absprache. Die Deutsche Bibliothek schiebt den schwarzen Peter den Verlagen zu, die mit einem kostenfreien Zugang zu ihren elektronischen Publikationsservern die international geschĂŒtzten Urheber- und Leistungsrechte gefĂ€hrdet sĂ€hen. Kritiker rechnen dagegen vor, dass die Herausgeber gleich doppelt von der öffentlichen Hand profitieren wĂŒrden: Einmal, indem die gröĂtenteils vom Steuerzahler entlohnten Wissenschaftler ihnen gratis Forschungsergebnisse zur Veröffentlichung zur VerfĂŒgung stellen; und zum zweiten, wenn die ebenfalls aus staatlichen Kassen unterstĂŒtzten Bibliotheken die Informationen in Form von Abonnements âzurĂŒckkaufenâ. Und das zu immer stolzeren Preisen: Wie eine Aufstellung des Bielefelder Mathematikers Ulf Rehmann zeigt, waren in den vergangenen sieben Jahren durchschnittliche Preiserhöhungen von 17 Prozent pro Jahr keine Seltenheit [2|#literatur [3]].
Mit dem Aufkommen des World Wide Web und seinen digitalen E-Publishing-Möglichkeiten formten sich schon frĂŒh Initiativen, die den Praktiken der Fachverlage die Verbreitung von Forschungsergebnissen in Eigenregie entgegensetzten. Als Vater der Bewegung gilt der Physiker Paul Ginsparg, der 1991 in Los Alamos einen Server fĂŒr âPreprintsâ [3|#literatur [4]], also noch nicht durch den kollegialen wissenschaftlichen Begutachtungsprozess (Peer-Review) gelaufene Veröffentlichungen in der Hochenergiephysik aufsetzte. Im vergangenen Jahrzehnt entwickelte sich der bald alle physikalischen Forschungsfelder umschlieĂende, inzwischen von der Cornell University unter dem Namen âArXiveâ [4|#literatur [5]] gehostete und ĂŒber zahlreiche UniversitĂ€tsserver durchsuchbare Archivdienst zu einer der wichtigsten Recherchequelle im mathematisch-physikalischen Sektor - nicht zuletzt dank der jahrelangen Förderungen durch US-Einrichtungen wie der National Science Foundation. Das Angebot umfasst bereits an die 200 000 Artikel. Besonders profitieren davon Forscher aus LĂ€ndern, die bislang nicht als HochstĂ€tten der Wissenschaft galten. Es sei nun nicht mehr nötig, freut sich ein chilenischer Physikprofessor, in Princeton oder Paris zu sein, um an der Spitze der Forschung zu stehen.
Rebellen
Das Beispiel hat Nachahmer gefunden. Mehrere amerikanische Hochschulen etwa beginnen diesen Sommer mit dem Aufbau von digitalen Publikations-Sammelstellen. Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter werden zu diesem Zweck aufgefordert, ihre Publikatio-nen und Forschungspapiere in einem gemeinsamen, leicht durchsuchbaren âSuper-Archivâ der einzelnen Institutionen online zu stellen. Das ambitionierteste Projekt ist am Massachusetts Institute of Technology (MIT) angelaufen, wo der âDspaceâ [5|#literatur [6]] den gesamten intellektuellen Output der renommierten Einrichtung aufnehmen soll.
Die Mathematiker wollen eine Vorreiterstellung ĂŒbernehmen. Ăber ihren Weltverband, die International Mathematical Union (IMU) [6|#literatur [7]], haben sie Mitte Mai Empfehlungen zum elektronischen Publizieren abgegeben [7|#literatur [8]]. So wird mit dem Papier, das sich weit gehend mit den Richtlinien der deutschen Math-Net-Vereinigung [8|#literatur [9]] deckt, jeder Mathematiker angehalten, seine Publikationen elektronisch in offenen Formaten wie LaTeX ins Netz zu stellen und seine Werke allgemein ĂŒber die eigene Homepage oder Sammelbecken wie ArXive zugĂ€nglich zu machen. Die Logiker sollen die Verlage zudem bitten, die bei ihnen veröffentlichten Artikel nach einer gewissen Zeit - hier streitet sich die IMU noch ĂŒber Perioden zwischen sechs Monaten und fĂŒnf Jahren - frei verfĂŒgbar in bibliothekarische Online-Archive einzufĂŒgen.
Ziel der vereinten Zahlenjongleure ist der Aufbau einer weltweiten âDigital Mathematical Libraryâ, mit der die gesamte Literatur der Disziplin im Netz ohne ZugangsbeschrĂ€nkungen aufbewahrt werden soll. âWir brauchen zehn Terabyte und 100 Millionen Dollarâ, erlĂ€utert der im Leitungsgremium der IMU sitzende Grötschel den Plan, fĂŒr den mehrere LĂ€nder bereits ihre Zustimmung signalisiert haben. Von dem ambitionierten Projekt, mit dessen Verwirklichung âzwei Drittel der Weltliteraturâ online verfĂŒgbar wĂ€ren, soll ein weiteres Signal an die Verleger ausgehen. âWir sind die Autoren, die anderen nur die Vermarkterâ, sagt Grötschel mit einem Hauch von âzivilen Ungehorsamsâ gegen das System.
Die Palastrevolte wird beflĂŒgelt durch die Fortschritte der drei Jahre alten Open Archives Initiative (OAI). Die Gruppe von Wissenschaftlern hat im Juni Version 2.0 des OAI-Protokolls vorgestellt, das quasi als Lötzinn zwischen all den aus dem virtuellen Boden sprieĂenden Publikationsservern dienen soll. Denn ein groĂes Problem ist die Auffindbarkeit der auf einzelnen Sites verstreuten wissenschaftlichen Texte, da die gĂ€ngigen Suchmaschinen mit den meisten ihrer Formate nichts anfangen können. Die OAI-Spezifizierung kann dabei helfen, Metadaten ĂŒber die Artikel maschinenlesbar zu machen. Auch die Robots der Search-Engines können die in die Datensets eingebauten Angaben wie Titel des Aufsatzes, Name des Verfassers oder SchlĂŒsselwörter âerntenâ. So sollen die vielen Einzelarchive interoperabel und wie eine globale Gesamtdatenbank durchsucht werden können. Eingebettet ist die Initiative, deren Protokoll vor allem auf die Metadaten-Sprachen XML und RDF (Resource Description Framework) setzt, in die BemĂŒhungen des World Wide Web Consortium (W3C), ein âsemantischesâ, verstehendes Hypermedium zu schaffen.
P2P fĂŒr S2S
Ăhnliche Ziele wie die OAI verfolgt das vom Bundesforschungsministerium mit 450000 Euro geförderte Projekt Science-to-Science (S2S), das die Berliner Firma neofonie im Verbund mit dem Deutschen Forschungsnetz (DFN) entwickelt. Bis Anfang 2004 wollen die Partner ein Peer-to-Peer-System fĂŒr die Wissenschaft auf Basis des vom Sun-Cheftechnologen Bill Joy mitentwickelten Standards JXTA aufbauen. Die ProjekttrĂ€ger gehen von der Annahme aus, dass ein GroĂteil der rund 550 Milliarden Dokumente im Internet nicht ĂŒber Verlinkungen zu erreichen und damit im so genannten âDeep Webâ begraben sind. Dazu zĂ€hlen den Entwicklern zufolge auch viele Informationen, die Wissenschaftler in ihrer tĂ€glichen Arbeit gesammelt oder erfasst, jedoch noch nicht im traditionellen Verlagsbetrieb veröffentlicht haben. Diese bislang eher schlecht als recht archivierten Daten soll S2S durchsuch- und tauschbar machen.
Die Linie, dass Wissenschaftler ihre ZeitschriftenbeitrĂ€ge in frei zugĂ€nglichen elektronischen Archiven ablegen können und sollen, unterstĂŒtzt ferner die Budapest Open Access Initiative (BOAI) [10|#literatur [10]]. Erst vor kurzem ins Leben gerufen, könnte sie sich als Sammelbecken bereits bestehender Bewegungen entpuppen. Sie ist das geistige Kind des britischen Psychologen Stevan Harnard, der sich seit langem fĂŒr die Ăffnung des wissenschaftlichen Publikationsbetriebs ausspricht. Unter âOpen Accessâ versteht das BOAI-Manifest, das âInteressierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können.â Dabei sollen keine finanziellen, gesetzlichen oder technischen Barrieren neben den Kosten fĂŒr den Internet-Zugang bestehen. Mit dem Urheberrecht steht die Initiative aber keineswegs auf dem KriegsfuĂ. Seinen Sinn sieht sie darin, Autoren die Kontrolle ĂŒber ihre Arbeit zu erhalten und ihnen das Recht zu sichern, dass ihre Arbeit angemessen anerkannt und zitiert wird.
Neben der âSelbst-Archivierungâ will die BOAI auch ernsthafte Alternativen zu den Fachzeitschriften der Verlage in elektronischer Form fördern. Die HĂŒrden liegen dabei vor allem in den Kosten der fĂŒrs Renommee wichtigen Peer Reviews, selbst wenn die âGegenleserâ ihre Arbeitsleistung umsonst erbringen (zur Problematik der Peer Reviews siehe auch den vorherigen Artikel âEin Netz im Netz der Netzeâ auf S. 80). Doch Harnard hĂ€lt âzahlreiche alternative Misch-Finanzierungenâ fĂŒr möglich, etwa âdurch private und staatliche Stiftungen und Fördereinrichtungen, UniversitĂ€ten oder Spendenâ. Einnahmen âaus Werbe-Add-ons auf den Textenâ bringt die BOAI genauso ins Spiel wie finanzielle BeitrĂ€ge, âdie Wissenschaftler selbst zu zahlen bereit sindâ. SchlieĂlich hofft sie âauf Mittel, die frei werden, indem ĂŒberteuerte Zeitschriften abbestellt werdenâ.
Einen Mittelweg zwischen der âSelbst-Veröffentlichungâ im Web und dem traditionellen Verlagsweg sucht ferner die 1998 ins Leben gerufene und inzwischen rund 200 Institutionen vereinende Scholarly Publishing in Academic and Research Coalition (SPARC), die von der American Research Libraries Group (ARL) mitgetragen wird. Wissenschaftler organisieren ihre Publikationen und den âPeer-Reviewâ zur Evaluation dort selbst und wollen so den âDisfunktionalitĂ€-ten im Forschungskommunikationsmarktâ entgegenwirken. Das Ergebnis sind E-Zeitschriften, deren QualitĂ€t teilweise mit der von traditionellen Verlagsausgaben verglichen wird. Dass die wissenschaftlichen Begutachtungsfunktionen nicht immer teuer sein mĂŒssen, belegt SPARC mit âsehr kostengĂŒnstigen Jahresabonnements fĂŒr Bibliothekenâ.
Restauration
Die etablierten VerlagshĂ€user sehen der E-Publishing-âRevolteâ trotz der Bedrohung ihres KerngeschĂ€fts offiziell (noch) gelassen entgegen. Dietrich Götze, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Heidelberger Springer-Verlags, vertraut darauf, dass gerade aufsteigende Wissenschaftler Veröffentlichungen in einem viel zitierten Verlagsjournal als âQualitĂ€tsnachweisâ auch in Zukunft fĂŒr ihre Karriere brauchen. Seine Zweifel an der TragfĂ€higkeit der âBusiness-Modelleâ alternativer Zeitschriften teilen die Chefs von Elsevier Science. Die âmoralischenâ Bedenken der RĂ€delsfĂŒhrer der offenen Archivierungsbewegungen lassen die Verlagsbosse kalt. Die Forschung sei zwar staatlich gefördert, erklĂ€rt die Firma. Doch das Verlagswesen sei es nicht.
Ăhnlich argumentiert Götze: âEs ist nicht so, dass wir uns etwas nehmen und Geld dafĂŒr verlangen. Dazwischen steckt ein aufwendiger Arbeitsprozess.â So mĂŒssten auch beim E-Publishing, auf das Springer vehement mit seinem nach fĂŒnf Jahren etwa 600000 Artikel umfassenden âLinkâ-Angebot [12|#literatur [11]] setzt, Inhalte geordnet und fĂŒrs gezielte Abrufen straff organisiert werden. Mit dem âsozialistischen Gedanken, dass der Zugang frei sein mussâ, hat Götze daher seine Probleme. Immerhin erhalten die Springer-Autoren nach zwölf Monaten ihre mit der Publikation abgetretenen Verwertungsrechte zurĂŒck. Nur die direkte PrĂ€sentationsform sei dann noch geschĂŒtzt, so der VerlagsfĂŒhrer. Dass die Forscher ihre Artikel auch auf der eigenen Homepage vorhalten, befĂŒrwortet Springer gar ausdrĂŒcklich. Hintergedanke: Der Verlag spart sich teure Sonderdrucke fĂŒr Autoren.
BestĂ€rkt werden die Konzernmanager vom ambivalenten Erfolg der Wissenschaftlervereinigung Public Library of Science [13|#literatur [12]]: Ăber 30 000 Forscher haben die Forderung der Freigabe von wissenschaftlichen Reports durch die Verleger nach sechs Monaten unterzeichnet; das damit verbundene Ultimatum, nach dessen Ablauf im vergangenen September die AufstĂ€ndischen eigentlich nicht mehr bei ungefĂŒgigen Verlagen publizieren und deren Zeitschriften abbestellen sollten, verpuffte allerdings weit gehend. âDer Aufruf hatte keinen dramatischen Effektâ, gesteht Mitorganisator Harold Varmus ein. Die Gruppe will nun vom kommenden Jahr an Ă€hnlich wie SPARC eigene Journale herausgeben. Zwei davon sollen direkt den Platzhirschen âScienceâ und âNatureâ Konkurrenz machen. Um ein derartiges Niveau zu erwerben und die QualitĂ€tskontrolle zu sichern, sind pro akzeptierten Beitrag Eigenbeteiligungen um die 500 US-Dollar im GesprĂ€ch.
Ein RĂŒckschritt ist in den Augen der âOpen-Accessâ-Verfechter auch der neue Informationsverbund Getinfo [14|#literatur [13]], der vom Fachinformationszentrum Karlsruhe und der Technischen Informationsbibliothek Hannover mit Mitteln des Bundesforschungsministeriums aufgebaut wurde. DarĂŒber lassen sich zwar elektronische Artikel und Werke aus zahlreichen renommierten HĂ€usern recherchieren - aber nur mittels Pay per View. Das âMietenâ der Literatur schlĂ€gt je nach Seitenumfang und âAusleihdauerâ rasch mit satten GebĂŒhren im dreistelligen Euro-Bereich zu Buche. Selbst die von Getinfo akzeptierten Preprints gibt es nicht umsonst.
Wettlauf
Doch derlei teure Angebote werden rasch wieder ĂŒberholt von neuen AnsĂ€tzen zur Förderung des digitalen Gemeinguts. So hat der amerikanische Urheberrechtsexperte Larry Lessig von der Stanford University im Mai den Start einer Unternehmung fĂŒr den âUmweltschutzâ im digitalen Raum bekannt gegeben: Creative Commons sieht sich als kostenloses Archiv nicht nur fĂŒr wissenschaftliche Texte, sondern auch fĂŒr MusikstĂŒcke, Filme und andere kreative Werke. Mit der modernen Form der Allmende will Lessig âes KĂŒnstlern und Autoren einfacher machen, einige oder alle ihrer Rechte kostenlos verfĂŒgbar zu machen.â Eine Ă€hnlich gelagerte Plattform mit Schwerpunkt auf Deutschland will das TĂŒbinger Open Community Projekt [15|#literatur [14]] etablieren.
Mittelfristig wird sich das âdemokratische Potenzial des Internetâ so definitiv positiv auf den wissenschaftlichen Verlagsbetrieb auswirken, ist sich Diann Rusch-Feja vom Max-Planck-Institut fĂŒr Bildungsforschung sicher. Der VerĂ€nderungsprozess werde aber langwierig sein. âWir mĂŒssen jetzt vor allem das Bewusstsein bei den Forschern schaffen, dass ihre Autorenrechte ein wichtiges Thema sind. Es muss ihnen klar sein, dass sie mehr mitbestimmen können.â Das âBeharrungsvermögenâ im System sei groĂ, ergĂ€nzt ihr Mitstreiter Martin Grötschel: âEitelkeiten spielen oft eine wichtigere Rolle als der Preis und die Politik eines Journalsâ. Entscheidend ist fĂŒr den VizeprĂ€sident des Konrad-Zuse-Zentrums fĂŒr Informationstechnik Berlin, dass die Wissenschaftler mehrgleisig fahren und ihre Veröffentlichungen auch selbst ins Web stellen. (jk [15])
Literatur
[1] www.iuk-initiative.org [17]
[2] www.mathematik.uni-bielefeld.de/~rehmann/BIB/AMS/Publisher.html [18]
[4] http://arxiv.org [20]; deutsche Spiegel-Server http://de.arxiv.org [21]
[5] http://web.mit.edu/dspace [22]
[6] http://elib.zib.de/IMU/ [23]
[7] www.ceic.math.ca/Best-Practices.pdf
[9] www.neofonie.de/profil/forschung_und_entwicklung/s2s.jsp [25]
[10] www.soros.org/openaccess/g/index.shtml [26]
[12] http://link.springer.de/ [28]
[13] www.publiclibraryofscience.org [29]
[15] www.oc4home.org [31] (jk [32])
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[4]
[5]
[6]
[7]
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[9]
[10]
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[12]
[13]
[14]
[15] mailto:jk@ct.heise.de
[16]
[17] http://www.iuk-initiative.org
[18] http://www.mathematik.uni-bielefeld.de/~rehmann/BIB/AMS/Publisher.html
[19] http://xxx.lanl.gov/
[20] http://arxiv.org
[21] http://de.arxiv.org
[22] http://web.mit.edu/dspace
[23] http://elib.zib.de/IMU/
[24] http://www.math-net.de
[25] http://www.neofonie.de/profil/forschung_und_entwicklung/s2s.jsp
[26] http://www.soros.org/openaccess/g/index.shtml
[27] http://www.arl.org/sparc
[28] http://link.springer.de/
[29] http://www.publiclibraryofscience.org
[30] http://www.getinfo-doc.de
[31] http://www.oc4home.org
[32] mailto:jk@heise.de
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