Das Microsoft-Dilemma: Windows 10 und Office in Behörden
Die ARD-Dokumentation "Das Microsoft-Dilemma" zeigt, wie sich Behörden in Deutschland und anderen europÀischen LÀndern von Microsoft abhÀngig machen. An der Recherche war c't beteiligt.
In Deutschland und in der gesamten EU machen sich staatliche Behörden unnötigerweise abhĂ€ngig von Microsoft, so das Fazit der ARD-Dokumentation "Das Microsoft-Dilemma", die der rbb gemeinsam mit dem Journalistenteam Investigate Europe produziert hat und die ab heute in der ARD-Mediathek verfĂŒgbar ist. Diese AbhĂ€ngigkeit ist den Filmemachern zufolge nicht bloĂ teuer, sondern auch gefĂ€hrlich: Windows und Microsoft Office sind beliebte Ziele fĂŒr Hacker und Erpressungstrojaner, auĂerdem gibt es erhebliche Datenschutzbedenken beim Einsatz in Behörden.
Den Recherchen zufolge verstoĂen viele Staaten dabei gegen das Vergaberecht, wenn sie bei Ausschreibungen fĂŒr so teure LizenzvertrĂ€ge nur Produkte einer Firma zulieĂen. Zwar argumentieren Behördenleiter wie Peter Batt, IT-Direktor der Bundesregierung, dass durch eine offene Ausschreibung an verschiedene HĂ€ndler fĂŒr Microsoft-Lizenzen europĂ€ische Richtlinien eingehalten wĂŒrden. Der Fachanwalt fĂŒr IT und Vergaberecht Mathieu Paapst hĂ€lt die Festlegung auf die Marke Microsoft bei solchen RahmenvertrĂ€gen aber fĂŒr unzulĂ€ssig.
c't-Anfrage erzwingt Veröffentlichung
Dazu kommt: In Deutschland konnten viele Bedenken vom Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zu den RahmenvertrĂ€gen mit Microsoft wohl bis zuletzt nicht ausgerĂ€umt werden. Das zeigen die Recherchen von c't [1], dem rbb und dem Journalistenteam Investigate Europe. Und nur schwer lassen sich solche MĂ€ngel ĂŒberhaupt feststellen, weil die Behörden nicht transparent bei den Details zu solchen VertrĂ€gen umgehen.
So wurde etwa die Veröffentlichung des deutschen Rahmenvertrag zum "Konzernbeitritt" mit Microsoft ĂŒberhaupt nur durch einen Informationsfreiheitsantrag von c't erzwungen â und dabei wurden wesentliche Stellen zu den finanziellen Details geschwĂ€rzt.
(Bild:Â c't)
Linux in MĂŒnchen und Rom
Als prominentes Beispiel, wie es eigentlich anders gehen könnte, fĂŒhrt der Film die EinfĂŒhrung von Linux in MĂŒnchner Behörden ("LiMux") auf. FĂŒr viele BĂŒrger und Mitarbeiter in MĂŒnchen galt LiMux als groĂer Erfolg, doch die MĂŒncher Politik unter dem seit Mai 2014 amtierenden OberbĂŒrgermeister Dieter Reiter vollzog inzwischen eine Kehrtwende und verabschiedete sich von dem Prestige-Projekt [2]. Nun stellt MĂŒnchen die ArbeitsplĂ€tze auf Windiws 10 und Microsoft-Office-Produkte um, wofĂŒr Recherchen von heise online zufolge wohl nun schon mit einen dreistelligen Millionenbetrag an Kosten gerechnet wird.
Es gibt aber immer noch Gegenbeispiele: In Rom und bei der italienischen Armee beispielsweise arbeitet man inzwischen verstÀrkt mit offenen Alternativen. So will man dort betrÀchtliche Summen einsparen.
Die ARD-Sendung "Das Microsoft-Dilemma" [3] ist noch bis zum 19.5.2018 in der ARD-Mediathek verfĂŒgbar. Einen ausfĂŒhrlichen Hintergrundartikel zum Einsatz von Microsoft in Behörden finden Sie in der aktuellen c't:
(acb [5])
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https://www.heise.de/-3970996
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[1] https://www.heise.de/ct/ausgabe/2018-5-Behoerden-ignorieren-Sicherheitsbedenken-bei-Windows-10-3965661.html
[2] https://www.heise.de/news/LiMux-Muenchner-Stadtratsausschuss-stimmt-fuer-Linux-Aus-in-der-Stadtverwaltung-3884461.html
[3] http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Das-Microsoft-Dilemma/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=50159194
[4] https://www.heise.de/ct/ausgabe/2018-5-Behoerden-ignorieren-Sicherheitsbedenken-bei-Windows-10-3965661.html
[5] mailto:acb@ct.de
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